Meine Effizienz-Lektion: Inmitten der Feldberger Seenlandschaft lernte ich das Langsamsein

Ich verabscheue Warteschlangen. In der Flughafenhalle, im Supermarkt, am Ufer des Bergsees. Ja, auch dort. (Oder vielleicht an diesem Ort umso mehr.)

Mein Vorhaben war simpel: höchstens zwei Tage, möglichst kurze Anreise, so viel Natur wie möglich. Die Feldberger Seenlandschaft würde mein Experiment in Sachen Effizienz sein. Schnell ankommen, schnell eintauchen, sich in Rekordzeit erholen. Das mag absurd klingen? Es war absurd. (Vielmehr: im Rückblick wurde mir klar, wie sehr es absurd war.)

Der Fehler bei der Anreise, den ich nicht wiederholen werde

Drei Stunden Fahrt. Eigentlich der reinste Albtraum. In diesem Fall wurde die Fahrt zu etwas Besonderem. Je näher ich kam, wurde alles ruhiger. Die Wege enger, die Geschwindigkeitsbegrenzungen niedriger, die Luft frischer.

Ich parkte direkt am Haussee. Aussteigen, einatmen, losziehen.

Mein Körper hatte keine Eile. Er verharrte. Die Stille lastete so schwer, dass ich mein Herz schlagen hörte. Eine Sache, die in keinem Effizienz-Ranking vorkam. Um ehrlich zu sein? Es machte mir Angst. Wie füllt man diese Zeit, wenn die Dringlichkeit fehlt?

Dieser Campingkocher, der mich demütigte

Ich bin jemand, der plant. Minutengenaue Zeitpläne liegen mir am Herzen. Für das Wochenende hatte ich einen exakten Plan erstellt: Sechs Stunden Schlaf, 30 Minuten Frühstück, Vier Stunden zu Fuß unterwegs, 1 Stunde Mittagspause. (Kein Witz. Ich hatte alles notiert.)

Doch dann kam der Campingkocher.

Mit vollem Tank, doch kein Zündmechanismus wollte anspringen. Ich probierte es zehn Minuten lang. Zwanzig Minuten vergingen. Der Kaffee blieb kalt. Ich fluchte wie ein Bauarbeiter. Ein älterer Angler am Nachbarplatz sah zu. Ohne etwas zu sagen. Reichte mir wortlos eine Thermoskanne mit heißem Wasser. Ich goß mir den Kaffee ein. Er nickte mir zu. Wir sprachen kein einziges Wort.

Und genau das war der Wendepunkt. Diese Sekunde, als das Effizienzdenken aufhörte und etwas ganz Anderes einsetzte. (Was für ein Zufall – oder eher: ein Hinweis, dass Hilfe manchmal ohne Worte kommt.)

Weshalb die Feldberger Seenlandschaft wie eine Defragmentierung wirkt

Denken Sie einmal daran: Ihr Kopf ist eine alte Festplatte – voller Fragmente, Datenmüll, laufender Prozesse. Genau so fühlte ich mich vor der Reise.

Die hiesigen Seen wirken wie ein Defragmentierungsprogramm. Das eine Gewässer, das andere, der Haussee. Drei Seen, drei Tempi. Ich ließ mich am Ufer nieder, beobachtete das Wasser. Kein Telefon. Ohne Zeitmesser.

Nach sechzig Minuten war mein Geist frei. Keine Fristen im Kopf, keine To-Do-Liste. Bloß Wellen, Vogelstimmen, den Wind. Eine Form von Effizienz, die ohne Effizienzdenken auskam.

Die Einheimischen bezeichnen es als „Seenzeit”. Ich taufe es „Betriebssystem-Neustart”. (Doch ganz ehrlich: Wie man es nennt, ist unwichtig. Hauptsache, man macht es.)

Das Barfuß-Erlebnis

Ich machte mich auf den Weg. In Richtung des schmalen Sees. Der Pfad war sandig, danach felsig. Ich zog die Schuhe aus. Die Erde fühlte sich unter den Füßen an wie eine Matte mit Noppen.

  • Spitzer Kies
  • Moos
  • Wurzeln hart
  • Warmer Sand

Nach fünf Minuten blieb ich regungslos. Mein Puls war ruhig. Normalerweise rase ich durch die Landschaft. Hier ging ich. Schritt für Schritt. Der ferienhaus romantisch see deutschland schien im gleichen Rhythmus zu atmen.

Zwei Menschen näherten sich. Die Frau lachte. „Sie laufen auch ohne Schuhe!” Ich bestätigte stolz. (Man wird schnell zum Barfuß-Experten in solch einem Augenblick.)

Nach einer Weile legte ich mich ins Gras. Den Blick gen Himmel. Wolken schwebten vorüber. Ich hielt keine Zählung. Einfach nur liegen. Das war mein Highlight des Tages. Kein Gipfelsturm, keine Rekordwanderung. Nichts als liegen.

Für mich ist Effizienz heute, dass ich mir die Zeit nehme, die nötig ist. Nichts Geringeres. Oder, wie man hier sagt: „Nimm dir die Zeit” – gib dir Mühe, jedoch ohne Eile.

Der Abschied, der schmerzte

Am nächsten Morgen packte ich zusammen. Der Kocher sprang plötzlich an. Wie es der Zufall wollte. Der alte Mann winkte. Ich winkte zurück. Auf der Heimfahrt schaltete ich keine Podcasts ein, keine Hörbücher. Bloß das Rauschen der Bäume in meinen Ohren.

Zu Hause sah ich auf meinen Schrittzähler: 8.432. Unter meinem Tagesziel. Doch ich fühlte mich, als hätte ich zehn Marathon gelaufen – nur entspannter. Viel entspannter.

Die Feldberger Seenlandschaft hat mir eine Lektion erteilt, die mir kein Programm der Welt vermitteln könnte. Ab und zu ist die scheinbar ineffizienteste Reiseform die wirkungsvollste für die Seele.

FAQ

F: Welche Route ist die schnellste zur Feldberger Seenlandschaft?

A: Die schnellste Art? Langsam zu sein. Wirklich. Wähle die Nebenstraße, nicht die Autobahnstrecke. Die Landstraße ist das der Fahrt.

F: Reicht ein Tag für alle Seen?

Antwort: Ja, klar, wenn du es eilig hast. Doch dann hast du nichts wirklich wahrgenommen. Gönn dir zwei Tage. Einen für die Füße, einen für die innere Ruhe.

F: Welche Ausrüstung wird benötigt?

Antwort: Einen zuverlässigen Campingkocher. Und einen freundlichen Angler. Oder einfach eine gute Thermoskanne.

Frage: Eignet sich die Region für Einsteiger?

A: Absolut. Die Pfade sind eben, die Seen sind schnell erreichbar, und die Ruhe bekommst du geschenkt. Auch wenn du noch nie barfuß gelaufen bist.

F: Wann ist die beste Reisezeit?

Antwort: Am Morgen, wenn der Nebel über dem Haussee liegt. Oder am Abend, wenn die Sonne den Breite Luzin golden färbt. Jeder Moment des Tages bietet seine eigene Art der Erholung.

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